Sonntag, 13. Januar 2013

Polwarth, Tiroler Bergschaf und Zwartbless

Ende November hatte ich mir Kammzüge vom Polwarth und Tiroler Bergschaf bestellt, um mein Erfahrungspektrum am Rad zu erweitern. Die Wolle vom Tiroler Bergschaf ist im Vergleich zu Polwarth um einiges robuster und ließ sich auch ganz gut verspinnen, leider ließ es sich nicht vermeiden, dass es zur Knötchenbildung kam. Es gelang mir auch nicht einen wirklich dünnen Faden zu fabrizieren. Deshalb habe ich mich entschieden es als Single-Garn zu belassen, damit der Faden nicht zu dick wird.

Ich habe mich auch mal daran versucht die Lauflänge zu ermitteln. Da ich keine Gramm genaue Küchenwaage habe, konnte ich auch nicht das genaue Gewicht ermitteln. Bestellt hatte ich insgesamt 300g wovon ich etwa die Hälfte versponnen davon habe. Es sind also ca. 150g mit einer LL von 118,80 m. Ist das ein guter Schnitt?

Die Polwarthkammzüge zu je 100g habe ich auch als Singlegarn versponnen. Auch wenn das Material langfasrig ist, hatte ich doch anfangs so meine Mühe, dass mir die Faser nicht wegrutscht und der Faden am Rad auseinander fällt.
Die weinrote Portion hat eine LL von 205,04m, die grüne 139,92m. Beim schwarzen habe ich es noch nicht ermittelt. Der Drall beim Grünen ist mir gut gelungen, bei den anderen beiden befürchte ich, dass mir der Faden reißen wird, sobald ich es verstricke. Um es nicht mit sich selbst zu verzwirnen, überlege ich gerade es mit Maschinenstickseide zu verzwirnen. Ich muss allerdings noch mal recherchieren ob das funktionen könnte. Was meint ihr?
Zu guter Letzt möchte ich euch noch zeigen wie es mit der Zwartbless-Rohwolle voran geht.
Nach dem Trocken, habe ich die Fasern gezupft und als ich gerade mal den Platz verlassen hatte, nutzte Alegra die Gunst der Stunde um sich mit den kurzen Faserresten hingebungsvoll zu vergnügen:
Gezupft hatte ich Material um 2 Spulen füllen zu können.

Schade, dass Bild ist leider nicht scharf, aber ich denke man erahnen wie das Garn in verschiedenen Brauntönen und mit weißen Fasern durchsetzt ist. Das Bild vom verzwirnten Garn ist etwas besser geworden.
Der Strang wurde mit Waschmittel gebadet, weil es doch noch gut nach Schaf gerochen hat. Es riecht zwar immer noch etwas nach Schaf, aber es ist auszuhalten. So sieht die Wolle gewickelt aus.
Die Garn wurde mit einer Nadelstärke 6,5 Probe verstrickt:
Es kommt schön tweedig rüber und gefällt mir gut. Allerdings sorgen die weißen Fasern dafür, dass die Wolle rack also grob wird. Für meine Jacke werde ich demnach Material nehmen, bei dem kaum oder keine weiße Haare dabei sind.

Eigentlich wollte ich daraus die Jacke Rime's the Reason stricken, aber irgendwie kapiere ich die Anleitung nicht. Ich steig da überhaupt nicht durch. Glücklicherweise gab es im Spinnforum nützliche Hinweise auf Nachschlagewerke für Strickmuster Grundstrickmuster v. Trisha Malcolm. Das Buch habe ich mir kurzer Hand zugelegt und zwei Muster in die engere Wahl genommen.
1. englisches Fischermuster

2. verschiedene versetzte Rauten

Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass das Garn nach einem starken Muster verlangt, weil es ansonsten kaum oder gar nicht zur Geltung kommt. Das Rautenmuster kommt meiner Meinung noch besser rüber als das englische Fischermuster.
Es gibt ja noch jede Menge Zopfmuster, die ich ausprobieren kann. Die Entscheidung welches Muster ich nehme ist also noch offen....tbc.

Kommentare:

  1. Die Lauflänge mess ich nie vor dem verzwirnen. ;-) Und ob der Schnitt gut ist, kannst doch nur du selber entscheiden, denn jede Garndicke hat ihre Berechtigung. Und genauso ist es mit dem verzwirnen. Du kannst es mit sich selber verzwirnen, einen andern Single dazu spinnen oder mit der gezeigten Nähseide. Es gibt tausend und eine Möglichkeit, spiel damit, das ist ja das schöne beim selberspinnen. :-))

    Die Strickproben schauen interessant aus. Die Wolle ist in sich schon so schön lebendig und schluckt die Muster... Vielleicht doch lieber dicke Zöpfe?

    Liebe Grüsse
    Alpi

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    1. Ich messe die LL auch nicht vor dem Verzwirnen. Bei dem Polwarth habe ich nach dem Entspannungsbad gemerkt, dass der Drall weniger geworden ist. Um zu vermeiden, dass sich der Faden in ein Nichts auflöst, wenn ich es verstricke, wollte ich es retten indem ich es mit dem Seidengarn verzwirne. Ich werde mal mutig an die Umsetzung gehen. Zu den Strickproben ja stimmt die Wolle schluckt das Muster und ja ich werde mich auf die Suche nach einem schönen Zopfmuster machen. Ich warte grade darauf, dass das bestellte Buch ankommt ;). lg bjmonitas

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