Sonntag, 21. September 2014

Auswärts

Letzte Woche hatte ich wieder meinen Uniblock und über eine Kommilitonin kam ich unverhofft zu einer Traubenspende. Das Weingut konnte die Trauben aufgrund von Essigfliegenbefalls nicht für die Weinherstellung verwenden. Da die Trauben aus ökologischem Anbau sind u für den Verzehr und somit auch für die Marmeladenherstellung geeignet sind, machte ich mich auf den Weg ins Rheinhessische:

Hier durfte ich Trauben, die eigentlich für den Dornfelder- und für den Rosewein bestimmt waren abernten.

Wie man sieht war die Ausbeute enorm. Zufrieden und glücklich ob dieses unverhoffte Geschenk, verstaute ich alles im Kofferaum. Ich hatte soeben die Kofferraumklappe verschlossen, meine Hände gewaschen und meinen Durst gelöscht, als ich mit Schrecken feststellte, dass ich meinen Autoschlüssel verloren habe. SCHEI******* irgendwo im Wingert musste er liegen. Mein Handy hatte kaum noch Saft und so genau wusste ich auch nicht wo ich mich befand, um es dem ADAC erklären zu können. Es half alles nichts. Ich begab mich auf die Suche und ging alle Wege ab, die ich gelaufen war. Je länger die Suche anhielt desto hoffnungsloser wurde mir zu Mute. Ich sprach mehrere Stoßgebete (das könnt ihr mir glauben). Mittlerweile war ich im letzten Gang, der eigentlich der erste war, weil ich hier mit meiner Traubenlese angefangen hatte. Das obrige Bild zeigt die Stelle. Eigentlich ist es ein aussichtsloses Unterfangen in dem hohen Gras einen verloren Schlüssel wiederzufinden. Ich hatte ECHTES Glück, trat ich doch mit meinem linken Fuß auf den Schlüssel!!!! Wieviele Steine mir in diesem Moment vom Herzen gerollt sind, könnt ihr euch bestimmt vorstellen.

Nun also nichts wie Heim, um die Trauben zu entsaften. Nach 3/4 der Arbeit sah meine Ausbeute so aus

Da ich nicht auf Traubenentsaften vorbereitet war, hatte ich keine Chance mir zuvor geeignetere Behältnisse zu besorgen. Also mussten auch Marmeladengläser für die Zwischenlagerung herhalten.
Das Verlesen (alle von der Essigfliegen angebissenen Beeren, wurden per Hand entfernt) der Trauben, das Manschen, das Entsaften dauerte bis kurz vor Mitternacht.

Meine Hände sahen danach dann so aus:
So schön das Dornfelderrot im Glas aussieht, meine Finger sind nun auch so eingefärbt und es wird noch einige Tage dauern, bis es wieder weg ist. Egal. Auch wenn es eine Heidenarbeit ist und ich total ko ins Bett gefallen bin, bereue ich es nicht. Übermorgen werde ich mit zwei anderen Damen Traubengelee kochen, um die Gläschen im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit zu verkaufen. Den Erlös daraus fließt in meine Arbeit. Was nicht verkauft wird, kommt auf den Frühstückstisch des Altersheim, wo ich tätig bin.

An Ausruhen war nicht zu denken. Denn tags drauf war ich schon wieder im Dekanat aktiv. Kollegen von mir haben einen Tausch- und Verschenkflohmarkt organisiert. Bei dem ich mitgeholfen habe. Ähnlich wie bei dem Vorbild "Geschenk des Glücks" sollten Dinge des alltäglichen Gebrauchs und oder Schnick-Schnack, welches man nicht mehr braucht, getauscht und/oder verschenkt werden. Nun leben wir nicht in einer Großstadt wie Hamburg, sondern in einer kleinen Stadt im Südhessischen. Da brauchen neue Ideen ihre Zeit. Ich finde aber, dass es ganz gut angenommen wurde. Das Tauschen fand zwar noch nicht wirklich statt. Das muss noch geübt werden. Ca. 50 Interessierte waren aber vorbei gekommen und vieles wurde auch mitgenommen.

Ich wollte mich eigentlich nur von Dingen trennen, aber dann kams wie es häufig so geht. Der Blick viel auf ein Spiel, das mir während meiner MSS-Zeit viele schöne Stunden in der Cafete bescherte. Dann sah ich noch ein Spiel, welches sich gut für meine Arbeit eignet. Die Glasbeschwerer mussten auch eingesteckt werden, weil ich jemanden kenne, die sowas sehr gerne hat. Von dem Liederbuch konnte ich auch nicht die Finger lassen. Zwar sind meine Zeiten im Zeltlager wohl vorbei, aber ich hoffe auf einen Sing along-Abend bei dem dieses Schätzchen gute Dienste leisten kann.


Zu guter Letzt durften diese großen Rotweingläser mit. Ob ich daraus mal Wein trinken werde, weiß ich nicht, ABER ich weiß, dass sie als Teelichthalter zweckentfremdet werden - oder etwas anders....mal schauen. Irgendwas wird mir da schon einfallen.
Last but not least war ich heute mal auswärts im Gottesdienst - ganz privat - und nur für mich.
Es ist interessant, auch mal andere Kirchenschiffe zu betrachten und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Ich finde, dass jede Kirche ihre so ganz eigene Schwingungen hat. Das Thema der Andacht stand gänzlich im Tenor des fairen Handels. Ganz modern gabs eine PPT-Präsentation über Kaffeehandel und wer wie viel Gewinn erhält. Und auch super nett, währenddessen durfte man eine gute Tasse Kaffee genießen - und das noch vor der Predigt :D. Ab und zu neue Wege gehen - finde ich einfach toll! Das macht's lebendig und so etwas ist genau nach meinem Geschmack - so wie eine gute Tasse/Becher Kaffee!!
Voila! Euch einen schönen Sonntag und gutes Gelingen bei all euren Vorhaben. LG bjmonitas

Kommentare:

  1. Ui - du hast ja eine Menge erlebt - und ganz, ganz viel Arbeit gehabt! Toll, dass du das alles machst!

    Liebe Grüße,

    Anne

    AntwortenLöschen
  2. Da hast du ja gewaltig geschuftet *hutzieh*

    Liebe Grüsse
    Alpi

    AntwortenLöschen
  3. Ist es überhaupt möglich, so viel in der so kurzen Zeit machen und erleben?Ich bin beeindruckt!
    LG Aldona

    AntwortenLöschen