Montag, 29. Mai 2017

Orchideen im Schnitt

zu bekommen, sollte kein Problem sein. Jedenfalls dachte ich, dass es in der Floristik so ziemlich alles zu haben gibt was das Herz begehrt. Mein Herz begehrte Orchideen für das Ostergesteck (ich liefere jetzt Ostern nach.....pünktlich zum Pfingstfest (ggg)). In meinem Kopf hatte ich Orchideen gepaart mit Baumrinde und Holz gewürzt mit Moos sooo schön ausgemalt. Als ich dann beim Blumenladen meines Vertrauens vorsprach, und meinen Wunsch äußerte, wurde zustimmend genickt und die Orchideen im Schnitt bestellt.

Gründonnerstag nahte und somit auch mein Abholungtermin der Orchidee im Schnitt. Mein Erstaunen war nicht zu übertreffen. Denn mit einer Orchidee mit vielen Blüten an einem kerzengeraden Stamm hatte ich  nicht gerechnet!!! Wie sollte ich diese - wenngleich auch ganz andre Schönheit - nach der Vorlage meines inneren Auges in Szene setzen??? Spontan entschied ich: PLANÄNDERUNG. Ich nahm also noch frische Fresien und grünweiße Flamingoblumen mit für alle Fälle. Weiße Tulpen hatte ich noch vorrätig, aber es war abzusehen, dass sie nicht die ganzen Osterfeiertage durchhalten würden.

Dann machte ich mich ans Werk. Die Orchidee kam nun in eine große Glasstandvase. Um sie in Szene zu setzen, wurde sie mit Rindenabschnitten flankiert und auf dem mit Moos ausgelegten Vasenboden verteilte ich einige weiße Porzelaneier. Damit die Orchidee nicht verdurstet war sie in ein entsprechendes Röhrchen gepackt.

Die Vase kam auf die obligatorische Zederbaumscheibe. Die Kerzen gehören zu einem Gottesdienst - Kenner wissen warum. Das Kreuz und der "tote" Ast sollten am Gründonnerstag symbolisch schon einen Vorgesschmack bieten auf das was am Folgetag Thema sein würde.

Das was ich vorher als Tischschmuck geplant hatte, kam für den Tag in den Eingangsbereich.
Grün-weisse Flamingoblüte, weiße Tulpen und Grün auf einem Stück Baumrinde arrangiert. Da auch Blumen nicht nur von Luft und Liebe existieren können, muss für genügend Wassernachschub gesorgt sein. Das gelingt, wenn man eine entsprechende Schale verwendet. Für die nötige Stabilität sorgt mein Kenzan bzw. Metallsteckigel. Moos sorgt dafür die Illusion zu unterstützen, dass die Blüten aus dem Wurzelstück herauswachsen würden.
Das großen Porzellanei lugte absichtlich so ein bisschen aus dem Hintergrund hervor.....als Anspielung auf Ostern. Wie gut zu erkennen ist, musste ich zu Gründonnerstag schon Fresien mitverarbeiten, weil die Tulpen schon sehr schwächelten.

Deswegen musste ich nacharbeiten und folgende Variante entstand:

Die Orchidee hat ihren eigenen Platz erhalten und zwar als Gegenpol zu dem Gesteck auf dem Altar.
Das Arrangement mit Orchidee hielt über einen Monat!!! Ich musste den Stiel zwischendurch einmal kürzen sowie das Röhrchen mit Frischwasser auffüllen.... Also wer auf der Suche nach etwas Langlebigem sein sollte....dem kann ich diese Blüten wärmstens ans Herz legen.

Abgesehen von der floralen Kunst, die mich immer wieder beschäftigt, habe ich zur Bärlauchzeit Neues ausprobiert. Angefangen hat es damit, dass ich bei einer Freundin im Garten ernten durfte. Sie hat über die Maßen Bärlauch aus alles Ecken, Ritzen und Kanten sprießen, dass ich insgesamt zwei mal mit meinem Korb in ihr Reich einfallen durfte.
Aus der ersten "Fuhre" entstand das obligatorische Bärlauchpesto.....Leider habe ich vom Herstellungsprozess keine Bilder gemacht. Meine Pestos stelle ich ohne Parmesan her. Anstelle des Parmesans verwende ich gehackte Mandeln und/oder Pinienkerne. Die Schimmelanfälligkeit der Pestos geht so gegen Null und den Parmesan kann man bestens frisch über die Speisen geben.

Die zweite Ernte wurde zu Bärlauchsalz verarbeitet. Dazu benötigt man einen Mörser, Stößel und gutes unraffiniertes Salz (gute Zutaten sollte man schon verwenden, wenn man sich die Arbeit macht - meine Meinung). Den Bärlauch waschen, trockentupfen und kleinhacken. Dann in den Mörser geben dazu das Salz und reiben reiben reiben bzw. mörsern mörsern mörsern......
Sobald keine Bärlauchstückchen mehr zu identifieren sind ist das Salz auch ratzegrün und bereit für den nächsten Schritt. Der da lautet: das feuchte Salz auf einer Fläche verteilen, um es im Backofen bei niedrigster Temperatur trocknen zu lassen. Ich habe eine große Auflaufform verwendet. Das Salz darin ebenmäßig verteilt und es bei 60° im Backofen zum Trocknen gegeben. Damit es gelingt, sollte man dafür sorgen, dass die Türe des Ofens einen Spalt geöffnet bleibt und man sollte ab und zu das Salz umrühren. Das Endprodukt kann dann in ein Schraubglas zur Aufbewahrung gegeben werden. Der Geschmack, das Aroma des Bärlauches ist nun konserviert und gibt den Speisen den letzten Pfiff ;). Bärlauchsalz eignet sich auch prima als Mitbringselgeschenk - btw.

Dann habe ich noch etwas anderes ausprobiert. Das sieht man hier:
Ihr könnt ja mal überlegen was das sein könnte. Viel Spass beim Raten *g*. Habt einen schönen Start in die Woche! Herzlichst eure bjmonitas











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