Samstag, 17. Juni 2017

Rebelde

einige Rebellen sind mir in der letzten Zeit begegnet. Als erstes erfuhr ich unlängst von einer Insel namens Eigg. Deren Bewohner sich gegen jede Bevormundung, auch gegen die, jetzt mit London Europa verlassen zu müssen, wehren und dafür kämpfen, ihren eigenen Weg zu gehen. Willkommen in der "freien Volksrepublik" Eigg :)). Sämtliche Bewohner der Insel haben mehrere Jobs, was mir persönlich überhaupt nicht unbekannt vorkommt und so sinne ich darüber nach, dort mal Urlaub zu machen, um die Insel sowie die Menschen, dort kennenzulernen. Denn ich finde das was ich bisher erfahren habe, sehr sympathisch.

Kurze Zeit später war ich bei einer Veranstaltung in meiner Lieblingsbuchhandlung. Dort werden im Moment wieder Arbeiten von Quint Buchholz gezeigt. Buchholz ist mit seiner Art zu Malen sicherlich auch ein Rebell. Denn wer die Muse hat, Punkt für Punkt ein Kunstwerk zu schaffen, zelebriert das Slowzeichnen auf höchstem Niveau und bewegt sich gegen den momentanen Trend. Buchhandlung und Bilder wie geht das zusammen? Wenn der Zeichner eine Geschichte illustriert tritt die Verbindung zutage. Buchholz hat das zauberhafte Buch "Der langsame Weg zum Glück" von Luis Sepúlveda absolut passend illustriert.
 


infos

Wer mal reinlesen möchte, wird auf A**** fündig. Ich mag Schnecken sehr und sammele gerne ihre Behausungen wie man hier oder hier sehen kann.

Vergangenen Dienstag bin ich einer weiteren Rebellin begegnet. Während mein Nachwuchs Saxophonstunde hatte, machte ich meine Walkingtour und da erspähte ich sie. Bambustriebe, die ihren Weg raus aus den Gärten hin zum Wegesrand erkämpfen. Da ich immer mit einem Taschenmesser bewaffnet bin (man weiss ja nie), habe ich mir auf dem Rückweg einige Triebe abgeschnitten.

In heimische Gefilde zurück gekehrt, kamen diese Abschnitte erstmal in eine Vase. Ich hatte also Bambustriebe.....wie ich damit den Altarschmuck gestalten sollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Also stöberte ich auf pinterest und ließ mich hiervon inspirieren. Neulich sah ich bei berlingärtnerin, dass man auch mal Schritt-für-Schritt per Fotostrecke zeigen kann, wie ein Gesteck entsteht. Die Idee fand ich so genial, dass ich es auch mal ausprobieren wollte. Da ich allerdings über kein vernünftiges Fotoshopprogramm verfüge, gibts jetzt ne Bilderflut....ich hoffe ihr seid gnädig mit mir *bibber*.

Hier aufgereiht meine Zutaten für das heutige Gesteck. Eine Glasschale, zwei Kenzan-Steckigel, Bambustriebe, Lilien, einige grüne Blätter sowie Wurzeln und Steine.
Die Kenzan platzierte ich in die Glasschale. Danach kürzte ich die Bambustriebe auf die jeweilige gewünschte Länge dabei entfernte ich Seitentriebe und Spelzen.
Danach steckte ich die Triebe gleichmäßig auf die Kenza. Es sollte nach einem Zaun, oder wie eine Hecke aussehen. Durch diese "Hecke" würden dann als Highlights die Lilien strahlen.
Um eine weitere Lilie verdeckt stecken zu können, kamen kürzere Bambustriebe in die vorderste Reihe und für die Tiefenwirkung längere Triebe in den Hintergrund.
Eine weitere Blüte wird im unteren Segment plaziert, damit sich das unsichtbare Dreieck² schließen kann.
Die Blätter dienen dazu, die Steckigel verschwinden zu lassen und außerdem dem Arrangement mehr Körper zu geben.

Eigentlich wäre das Gesteck nun vollendet, aber es beschäftigt mich noch die Frage mit oder ohne Wurzel? Die Kieselsteine habe letztendlich nicht gebraucht.
Auf dem Altar habe ich beide Varianten durchgespielt. Allerdings mit jenem Erfolg, dass ich mich immer noch nicht entscheiden kann.

Variante a)
Variante b):
In solchen Fällen, halte ich es wie die Schnecken.....und warte ab, was mein Herz mir sagt. Welche Variante bevorzugt ihr?

²Das unsichtbare Dreieck beim Ikebana: Die meisten Ikebana-Formen basieren auf den drei Linien shin (真), soe (副) und tai (体), die Himmel, Erde und Menschheit symbolisieren. Näheres kann man bei wikipedia erfahren.

Da wir uns in der Zeit nach Trinitatis (Dreifaltigkeit) befinden, finde ich ein Ikebanagesteck mehr als passend. Wer hier mitliest, weiß, dass ich mich meist an die Regel der "3" halte. Drei Zutaten für ein Gesteck. Denn für ein modernes Shoka sind drei Materialien erlaubt.

Mit diesem Betrag besuche ich jetzt Holunderblütchen. Euch noch ein schönes Wochenende! Eure bjmonitas










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